Der Umgang mit Nanotechnologie in Österreich

Nachlese zur Podiumsdiskussion

(28.9.2007) Die Regulierung, konkrete Anwendungen und potenzielle Risiken von Nanotechnologien standen im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion "Der Umgang mit Nanotechnologie in Österreich" am 25. September 2007. Die Veranstaltung, zu der das Institut für Technikfolgen-Abschätzung, das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und die Initiative Risiko:dialog einluden, bildete den Auftakt des Dialogschwerpunkts Nanotechnologie.

Ca. 40 InteressensvertreterInnen, ForscherInnen, BürgerInnen und ExpertInnen aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik widmeten sich in der Podiumsdiskussion den Fragen: Wie kann dem Bedarf, Nanotechnologien zu regulieren, entsprochen werden, wenn eine international anerkannte, akkordierte Begriffsdefinition aussteht und Methoden der Risikobewertung offen sind? Werden Nanotechnologien bereits in Produkten eingesetzt? Wie kann eine Debatte zu möglichen Risiken sachlich und differenziert geführt werden bzw. ist sie überhaupt möglich? Dieses breite Spektrum der Diskussion zeigten die Moderatorin, Birgit Dalheimer, und die ExpertInnen am Podium in kurzen Impulsstatements auf.

Den Anfang machte Dr. Rupert Weinzierl, der in Vertretung für Staatssekretärin Christa Kranzl das hohe wirtschaftliche Potenzial von Nanotechnologien und die Notwendigkeit, sich auch mit den potenziellen Risiken auseinanderzusetzen, betonte. Um die Wissensbasis für die Auseinandersetzung mit Nanotechnologien zu schaffen, investiert das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) 1,1 Millionen Euro in das Forschungsprojekt Nano Trust. In diesem Projekt, das Doz. Dr. Michael Nentwich vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung vorstellte, werden bisherige Forschungsergebnisse zu Risiken der Nanotechnologien zusammengeführt. Für Mag. Ingolf Schädler, Leiter des Bereichs Innovation im BMVIT, bedeutet darüber hinaus ein verantwortungsvoller Umgang, dieses Wissen zugänglich zu machen und dadurch Vertrauen aufzubauen.

Regulierung und Risikobewertung

Unklar blieb in der Podiumsdiskussion, wie groß das Risiko von Nanomaterialien wirklich ist, welche Produkte tatsächlich auf dem Markt sind und wie geeignete Mess- und Prüfmethoden für die Risikobewertung entwickelt werden können. Eines der Grundprobleme dabei beschrieb der Wissenschafter DI Dr. Frank Sinner, Joanneum Research: Die einzelnen Nanomaterialien können in ihrer Größe und Gestalt unterschiedliches toxikologisches Potenzial haben. Dieser Umstand erschwert sowohl die Regulierung als auch die Technikfolgenabschätzung, wie Prof. Dr. Armin Grundwald vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung Karlsruhe betonte. Zum Abschluss und Ausblick der Veranstaltung verwies Dr. Karl Kienzl vom Umweltbundesamt auf das in der öko- und humantoxikologischen Risikobewertung verankerte Vorsorgeprinzip hin. Demnach sei es notwendig, geeignete Herangehensweisen an die Risikobewertung zu entwickeln, eine handhabbare Definition für Nanotechnologie zu finden und damit die Grundlage für rechtsverbindliche Regulierungen zu schaffen.

Fortgesetzt wird die Diskussion mit der nächsten Veranstaltung der Initiative Risiko:dialog am 5. Dezember 2007, in der offene Fragen und Anliegen der TeilnehmerInnen aufgegriffen und weitergeführt werden.

Themenpartner Nanotechnologie im Risiko:dialog

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Partner der Initiative Risiko:dialog

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Zum Thema

Links

 science.orf.at: Risiko:dialog über Nanotechnologie

 derStandard.at: Nanotechnologie: Kleinste Ursache, unbekannte Wirkung

 derStandard.at: Nano im Risiko:dialog

Themenpartner

Als Themenpartner für den Dialogschwerpunkt Nanotechnologie fungieren die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, die Austrian Research Centers GmbH, das Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend, das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, das Institut für Technikfolgen-Abschätzung, Joanneum Research/NANONET Styria/BioNanoNet GmbH und das Lebensministerium.

 AGES

 Austrian Research Centers

 BMGFJ 

 BMVIT

 ITA

 Joanneum Research/NANONET Styria/BioNanoNet GmbH

 Lebensministerium

Letzte Änderung: 10.06.2009