Workshop Nanotechnologie: Eine Nachlese

Workshop

Rund 50 TeilnehmerInnen aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft, NGOs und Interessens- vertretungen erörterten mit Kommunikations- expertInnen in einem ganztägigen Workshop am 6. Dezember 2007 Eckpunkte dafür, wie Kommunikation über Nanotechnologie gestaltet werden kann. 

Ergebnisse von Dialogprozessen aus EU-Ländern und Erfahrungen aus Österreich zeigen, dass zu Potenzialen und möglichen Risiken der Nanotechnologie Kommunikations- und Informationsbedarf besteht. Nach Meinung der ExpertInnen und der Betroffenen soll die ideale Kommunikation dazu möglichst sachlich, differenziert und neutral, proaktiv und transparent sein. Die Meinungen über die Bedeutung dieser Begriffe wie auch über den richtigen Zeitpunkt gehen allerdings auseinander.

Nanotechnologie:  Informations- und Kommunikationsbedarf
Anliegen und Anforderungen an die Kommunikation formulierten TeilnehmerInnen der ersten beiden Podiumsdiskussionen zu Nanotechnologie am 25. September 2007 und am 5. Dezember 2007, HörerInnen von Ö1-Sendungen und UserInnen im Nano-Forum:  die Erwartungen an die Potentiale der Nanotechnologie werden von einer interessierten Öffentlichkeit grundsätzlich geteilt, Besorgnis wird jedoch über mögliche negative Auswirkungen geäußert. Grundsätzliche Fragen zur Definition und zu den Vorteilen von Nanotechnologie, zu bereits im Handel befindlicher Produkte und einer Kennzeichnung für die/den KonsumentInnen, zum Stand der Regulierung und zur Zuständigkeit der Behörden innerhalb Österreich und in der EU standen im Vordergrund. Kommunikation über Nanotechnologie solle weiters anschaulich sein und verlässliche Information bieten, und zwar ohne "Euphorie", sowohl über die Chancen als auch über die Risiken.

Dialog:  Kommunikation gestalten
Diese Erwartungen und Erfahrungsberichte aus Dialogprozessen in anderen Ländern des Impulsvortrages von Dr. Antje Grobe der Stiftung Risikodialog Schweiz bildeten den Ausgangspunkt des Stakeholder-Workshops im Rahmen des Dialogschwerpunktes der Initiative Risiko:dialog.

An die 50 eingeladene TeilnehmerInnen aus Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft, NGOs und Interessensvertretungen erörterten mit KommunikationsexpertInnen in der ganztägigen Dialogveranstaltung am 6.12.2007 in einer konzentrierten und engagierten Atmosphäre Eckpunkte für die Gestaltungsmöglichkeiten der Kommunikation über Nanotechnologie und wie Kommunikation zwischen ExpertInnen und KonsumentInnen mit ihrer jeweils unterschiedlichen Risikosicht und -bewertung gelingen kann.

  • Vielfalt und Differenzierung - "nano muss zerstückelt werden!"

Die Breite der Nanotechnologie selbst, ihrer Anwendungen und der beteiligten Disziplinen, als auch die Vielfalt an Meinungen zu Kommunikation über Nanotechnologie spiegelte sich nicht nur in der vielfältigen Nennung von wichtigen Teilaspekten (bestehende Unsicherheiten und Wissenslücken, Anliegen an die Kommunikation und Kriterien des Gelingens, Risikobetrachtungen und physikalisch-chemische Wirkungsweisen, technologische Entwicklungen, uvm.) wider, sondern auch im unterschiedlichen Umgang der einzelnen Arbeitsgruppen mit den gestellten Arbeitsaufgaben. Einig waren sich die TeilnehmerInnen dabei jedenfalls, dass es für die Betrachtung der Nanotechnologie(n) und die Kommunikation darüber wichtig sei, sie auf unterschiedliche und möglichst konkrete Anwendungsfelder bzw. Fragestellungen herunter zu brechen ("nano muss förmlich zerstückelt werden"), um so ein differenziertes Bild zeichnen zu können, strukturiert Inhalte in Dialogen zu vertiefen und auszutauschen bzw. zielgruppengerecht aufbereiten zu können.

  • "Kommunikationsraum" und Informationsmanagement

In die Kommunikation eingebunden - also Teil eines "Kommunikationsraumes", einer "Kommunikationslandkarte" - sollen befasste Behörden, WissenschafterInnen und EntwicklerInnen, die Industrie, der Handel, Fachgesellschaften, Interessensvertreter, NGOs und Konsumentenberatungen, Wissensvermittler, Medien und die Öffentlichkeit sein. Einig wurde der "Kommunikationsraum" zumeist als Netzwerk beschrieben, in dem es keine linearen Kommunikationswege und nicht bloß "Sender" oder "Empfänger" gibt. Unterschiedlich wurden die Ziele der Kommunikation und die Erwartungen an die Beteiligten benannt: interdisziplinärer Austausch innerhalb der Wissenschaften selbst, Wissensaustausch als Basis für (politische) Entscheidungen, Informationsstellen und Ansprechpartner für KonsumentInnen und Interessierte. Wer dies leisten soll und in welcher Form wurde nicht immer einheitlich beschrieben. Aufgrund der unterschiedlichen Sprache und Rollen der beteiligten Akteure sind auf jeden Fall die Kommunikationsschnittstellen zwischen ihnen und Dialogprozesse mit ihnen entsprechend zu gestalten und zu strukturieren.

  • Vertrauen und Transparenz - mit Unsicherheit jonglieren

Einig waren sich die TeilnehmerInnen ? wenngleich aus unterschiedlichen Motiven -, daß eine Kommunikation über Nanotechnologie Vertrauen und Transparenz zwischen den AkteurInnen des ?Kommunikationsraumes? schaffen soll, sowohl zwischen den Stakeholdern selbst als auch zu den KonsumentInnen und der Öffentlichkeit. Das hilft, unterschiedliche Sichtweisen sichtbar und nachvollziehbar zu machen, glaubwürdig über Potentiale und Risiken zu kommunizieren, Erwartungen von BürgerInnen zu verstehen und aufzunehmen bzw. Ängsten begegnen zu können, und befähigt mündige BürgerInnen. Vertrauen in Institutionen wachse oft über Vertrauen in Einzelpersonen. Die Herausforderung sehen alle in den derzeit bestehenden Unsicherheiten zu Risikofragen, in den Wissensdefiziten und der Komplexität des Themas selbst. Diese Herausforderungen erscheinen jedoch für die TeilnehmerInnen unterschiedlich überwindbar.

  • Gelungene Kommunikation - "wie besteigt man einen Tiroler Berg"

Eine gute Gesprächsbasis herzustellen heiße, eine gemeinsame Sprache zu finden und zu verstehen, was der/die andere denkt, und authentisch zu kommunizieren. Eine klare, verständliche Sprache und das Eingehen auf das Gegenüber und seine Erwartungen, Bedürfnisse und Ängste, und darauf, wie Risiken wahrgenommen werden, fördern diesen Kommunikationsprozess. Es sei wichtig, die Kommunikation partizipativ zu gestalten und für beide Gesprächspartner eine "win-win"-Situation herzustellen. "Weiße Flecken", Wissensdefizite und ihre Bedeutung bzw. Unklarheiten anzusprechen und kein Bild von "alles ist in Ordnung" zu zeichnen, schafft darüber hinaus nachhaltiges Vertrauen. Die TeilnehmerInnen hielten für eine gelungene Kommunikation mit der Öffentlichkeit weiters wichtig, vorab ein gemeinsames Bild über die zu kommunizierenden Inhalte zu haben und für einen Übersetzungsprozess - mit der Unterstützung eines "Mediators", eines "Vermittlers" - zu sorgen. Die Herausforderung sei vergleichbar mit dem Bergsteigen:  "Es braucht jemanden, der voransteigt - das braucht Mut, gerade bei Nebel - andererseits eine Öffentlichkeit, die auch nachrückt, Schritt für Schritt".

Themenpartner Nanotechnologie im Risiko:dialog

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Partner der Initiative Risiko:dialog

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Zum Thema

Programmfolder

TeilnehmerInnen

 Präsentation Antje Grobe

Themenpartner

Als Themenpartner für den Dialogschwerpunkt Nanotechnologie fungieren die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, die Austrian Research Centers GmbH, das Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend, das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, das Institut für Technikfolgen-Abschätzung, Joanneum Research/NANONET Styria/BioNanoNet GmbH und das Lebensministerium.

 AGES

 Austrian Research Centers

 BMGFJ 

 BMVIT

 ITA

 Joanneum Research/NANONET Styria/BioNanoNet GmbH

 Lebensministerium

Letzte Änderung: 10.06.2009