In der aktuellen Diskussion rund um das Thema Energie, von Aufbringung, Bereitstellung, Verteilung bis zum Verbrauch, die auf unterschiedlichen Ebenen geführt wird, findet die Meinung der BürgerInnen kaum Eingang. Mit dem Ziel der Initiative Risiko:dialog, gemeinsam mit AkteurInnen und Beteiligten für verschiedene Sichtweisen zu Risiken und Chancen zu vermitteln, Orientierung zu geben, Austausch anzuregen und Handlungsspielräume zu erkennen, richtet die BürgerInnenkonferenz das Hauptaugenmerk darauf, gesellschaftliche Perspektiven zum Thema "Risiko Energiegesellschaft" zu erarbeiten.
Bei der BürgerInnenkonferenz erarbeiten ausgewählte heterogen zusammengesetzte BürgerInnengruppen in mehreren Gesprächsrunden Antworten zum Thema Risiko Energiegesellschaft. Im Dialog untereinander und mit ExpertInnen wird Wissen und Perspektiven der BürgerInnen gesammelt, um neue Ideen zu entwickeln und Handlungsmöglichkeiten zu finden.
Auswahl der BürgerInnen
Für diese BürgerInnenkonferenz zum Thema Risiko Energiegesellschaft, der vier Fokusgruppen vorausgingen, wurden 35 BürgerInnen ausgewählt, die in Bezug auf Alter, Geschlecht, Bildungsgrad, Berufsspektrum und Erwerbsstatus einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung darstellen. Um dies zu erreichen, wurden EinwohnerInnenzahlen der Bundesländer und Anzahl und Größen der Gemeinden berücksichtigt. Angerufen wurde mit Hilfe des österreichischen Gemeindeverzeichnisses und herkömmlicher Telefonverzeichnisse.
Die Gruppe besteht zu gleichen Teilen aus Männern und Frauen im Alter von 16 bis 72 Jahren. Es sind sowohl Menschen darunter, die erwerbstätig oder in Pension, arbeitslos oder in Ausbildung sind, der Ausbildungsstatus reicht von Doktorstudium bis Lehre. Einige TeilnehmerInnen sind MigrantInnen und wurden zB in den Niederlanden, Slowenien, Deutschland oder Kroatien geboren. Die Wohnsitution von Eigenheim am Land bis Mietwohnung in der Stadt warein weiteres Auswahlkriterium. Auch die Expertise zum Thema Energie eines Teilnehmers mit besonderen Bedürfnissen wird einfließen.
Die Auswahl der BürgerInnen und deren Betreuung übernimmt das Zentrum für soziale Innovation.
Die BürgerInnenkonferenz
Die TeilnehmerInnen arbeiten sich mit Hilfe von Hintergrundinformationen zu den Themen, die sich aus den Fokusgruppen ergaben, in das Thema ein und treffen sich an zwei Wochenenden im März 2009. Das erste Wochenende ist ein Vorbereitungswochenende, bei dem die BürgerInnen die Möglichkeit haben, sich kennenzulernen, sich in das Thema vertieft einzuarbeiten, diese zu diskutieren und relevante Aspekte für die Weiterbearbeitung auszuwählen.
Am Ende des ersten Wochenendes stehen Fragen, die an von den BürgerInnen ausgewählte ExpertInnen weitergegeben werden und am Beginn des zweiten Wochenendes beantwortet werden. Dieses eigentliche Konferenzwochenende beginnt mit einem "Hearing" der ExpertInnen. Fünf bis sechs ExpertInnen erhalten die Fragen vom ersten Wochenende vorab und stehen den BürgerInnen einen ganzen Tag lang Rede und Antwort. Am darauffolgenden Tag erarbeiten die BürgerInnen gemeinsam Empfehlungen für Politik, Wirtschaft, NGOs, Medien und Individuen. Dieses Abschlussdokument mit seinen im Konsens erzielten Stellungnahmen, Empfehlungen und deren Begründung wird in der Folge unterschiedlichen EntscheidungsträgerInnen präsentiert.
Planungs- und Begleitgruppe
Begleitet wird die BürgerInnenkonferenz von einer Planungs- und Begleitgruppe, deren Kernteam operativ tätig ist und aus Mitgliedern des Risiko:dialog, dem Zentrum für soziale Innovation und dem ÖKOBÜRO besteht. Das gemeinsame Ziel ist es, eine inhaltlich ausgewogene und methodisch korrekte BürgerInnenkonferenz vorzubereiten, durchzuführen und nachzubereiten. Eine erste Aufgabe des Kernteams ist es, ein umfangreiches Kommunikationskonzept zur BürgerInnenkonferenz zu erarbeiten, da es unterschiedlicher Kommunikationsstrategien für BürgerInnen, ExpertInnen, Medien und EntscheidungsträgerInnen bedarf.
Eine erweiterte Planungs- und Begleitgruppe, die aus dem genannten Kernteam, weiteren ExpertInnen und Sponsoren des Dialogprozesses besteht, trifft sich insgesamt drei Mal. Ziel dieser Treffen ist es, den gesamten Prozess gemeinsam zu reflektieren und zu begleiten, um Ausgewogenheit und Qualität sicher zu stellen.
Die BürgerInnenkonferenz findet vom 13. bis 15. März und vom 27. bis 29. März statt.
Weitere Informationen:
Christine Schatz, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04 - 5434

Zentrum für soziale Innovation
Übergabetermine Energie-Kommuniqué